Mitschrift zum Podcast Folge 4 zum Computermuseum: „Mit dem OCM in 8bit"

In der Freizeitstätte Ofenerdiek wurde ein Podcast mit den Gründern des Computermuseums Oldenburg  erstellt. Im Gespräch sind Markus, Christoph, Thomas und Jens. Zu Beginn ertönt ein fetziges Musikintro.

Markus eröffnet den Podcast mit den Worten: „Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Podcast der Freizeitstätte Ofenerdiek. Ich bin der Markus.“ „Ich bin der Christoph“, „und ihr habt schon gehört, die Eingangsmelodie war eine andere als sonst. Wir haben hier nämlich eine große Prämiere. Erst mal haben wir wieder welche zugeschaltet. Wen haben wir denn in der Leitung?“ fragt Markus. Den Thiemo, den Jens und den Thomas. Es sind also sechs Leute dabei. Ja, die Zuhörer sind vielleicht überrascht und fragen sich: warum sind da so viele Leute auf einem Haufen? Wir sind natürlich nicht alle zusammen in einem Raum, sondern haben Prämiere, wir nehmen gerade mit unserem Discord Server auf und da sind die anderen verteilt, jeder bei sich zu Hause und haben sich reingeschaltet und das nehmen wir dann auf. Also das ist heute die große Prämiere.

Aber wen haben wir denn da? Jetzt haben wir die Namen gehört, warum seid ihr eigentlich in unserem neuen Podcast drinne?“ „Dann fang ich mal an, mein Name ist Thiemo. Ich bin der Gründer des Oldenburger Computermuseums.“ Markus fragt dazwischen: „Ah, okay. Wen haben wir noch?“ „Jetzt müssen wir wieder abzählen, wer als nächstes drankommt.“ Markus sagt: „Ich möchte mal das Kamerakind hören. Ich hab gehört, Du hast den Spitznamen ‚Kamerakind‘. Wer ist gemeint?“ Und alle lachen und Christoph macht den Vorschlag, „dass sich allemal besser absprechen müssten, wer was wann sagt, ist halt ein bisschen schwierig auf die Distanz.“ „Das kriegen wir schon hin. Also, Kamerakind?“ haut Markus wieder dazwischen und es meldet sich: „Thomas Kühling. Ich bin das AKA-Kamerakind und ich glaube, ich habe mir den Titel im März letzten Jahres verdient, bin im Computermuseum aktiv an verschiedenen Fronten. Ich bin da jetzt seit fast sechs Jahren aktiv.“ Und Markus erwidert: „Also gesehen haben wir Dich jetzt noch nicht beim Live-Stream, weil Du da immer die Kamera gehalten hast. Ist das richtig?“ und Thomas antwortet: „Ja, im Wesentlichen ist das richtig. Aber ich habe auch den einen oder anderen Stream auch tatsächlich mal vor der Kamera verbracht, aber tatsächlich fühle ich mich hinter der Kamera wohler, aber zum Beispiel beim Bildschirmtext habe ich mich noch mal vor die Kamera getraut, aber bin dann lieber hinter der Kamera.“

Markus erklärt: „So und dann haben wir noch den Jens in der Leitung. Jens hau mal raus.“ „Ja hallo, ich bin der Jens Zurawski, sozusagen das jüngste Mitglied hier in unserem Club und gleichzeitig auch das Älteste. Ich bin erst seit drei Jahren im Team, aber ich glaube an Lebenserfahrung habe ich die meisten Jahre auf dem Buckel. Ich hab da jetzt keine spezielle Funktion, ich steh mal vor und mal hinter der Kamera, Livestreams, ansonsten halt so was, was man im Museum so macht.“ Und Markus meldet sich wieder zu Wort: „Ja, also wir haben euch jetzt eingeladen zu unserem Podcast, weil Christoph ja auch bei euch war. Jetzt kann der Christoph mal kurz erzählen, warum er bei euch im Computermuseum war?“ Christoph antwortet: „Ja genau, ich war Anfang Dezember bei Euch im Livestream im Oldenburger Computermuseum und habe da unsere eigene Entwicklung vorgestellt, nämlich ein Spiel für das Nintendo Entertainment System und da das Ganze ja so gut funktioniert hat, und wir auch so fasziniert waren von dem Computermuseum an sich, haben wir uns dazu entschlossen, hier noch einmal einen Podcast aufzunehmen um noch einmal mehr über euch zu erfahren.“

Markus stellt seine erste Frage: „Wie kommt man auf die Idee ein Oldenburger Computermuseum zu gründen? Wer möchte dazu mal etwas erzählen? Thiemo?“ Und Thiemo antwortet: „Das kann ich wohl mal machen, weil ich derjenige bin, der es gegründet hat“, und Markus spricht dazwischen: „Na dann hau mal raus, da sind wir aber gespannt“ und Christoph ergänzt es mit den Worten: „Ja genau, wie macht man denn so was? Wie gründet man so ein Museum?“ und Thiemo erklärt: „Hm ja, indem es will und macht. Das ist vielleicht erst mal das Wichtigste, erst mal eine Idee haben und dann umsetzen ist schon mal ganz vorne weg. Wenn man diese Idee hat und bereits über eine Sammlung verfügt, ist das mit dem Museum sogar noch einfacher. Über die Sammlung verfüge ich, weil ich irgendwie Mitte der neunziger Jahre angefangen habe den Quatsch zu sammeln, da waren die Dinge noch gar nicht so alt beziehungsweise da waren die gerade noch aktiv, der Retrostempel war noch nicht gegeben. Aber je länger man so einen Quatsch behält, desto retroartiger wird es und ich bin mit diesem Zeug aufgewachsen mit dem Kram und für mich hat es irgendwie diesen achtziger Charme und Kindheitscharme irgendwie. Dann hatten wir das Jahr 2008. Im Jahr 1995 bin ich glaube ich angefangen zu sammeln und dann erst dreizehn Jahre später die Idee bekommen aus meiner privaten Sammlung eine Ausstellung zu machen und erstaunlicherweise darf man da auch einfach das Wort Museum benutzen und auch das Wort Oldenburg war nicht weiter geschützt und so habe ich es ‚Oldenburger Computermuseum‘ getauft und einen kleinen Laden in der Oldenburger Innenstadt angemietet, das waren so fünfzig bis sechzig Quadratmeter, um die Ecke und da haben wir dann die Geräte reingeräumt und behauptet, das wäre ein Museum und abends nach unserem Feierabend, also wenn wir nach unserem richtigen Job Feierabend hatten, haben wir uns hingesetzt und hatten dann Öffnungszeiten. So war das und das hat sich jetzt dreizehn Jahre lang entwickelt.“ Christoph möchte wissen, ob da viel Herzblut drin steckt, was Timo bejaht. „Ohne den geht es nicht.“

Und Christoph ergänzt: „Das ist auf jeden Fall ja schon mal sehr beeindruckend. Ihr sprecht immer von Hands-On-Ausstellungen, was bezeichnet das eigentlich?“ Thiemo erklärt: „Also Hands-on ist ein englischer Begriff und bedeutet, dass die Geräte die wir ausstellen, halt auch funktionieren und vor allen Dingen auch von den Gästen genutzt werden können. Also wir werben da explizit drum, dass die Gäste, die bei uns ins Museum reinkommen, die Geräte angucken und auch nutzen sollen am liebsten, damit sie ein Feeling für die Geräte bekommen, wie lassen die sich bedienen und wie lässt sich das Basic bedienen, auch ein Gefühl für die Haptik bekommen und das ist auch so der Hintergrund an dieser Stelle des Hands-On, dass die Geräte, die wir dort ausstellen auch funktionieren und von den Gästen auch benutzt werden können.“ Und Christoph freut sich: „Na das hat ja schon mal viel Anreiz für die Besucher und hat eine ganz andere Qualität wie das, was man sonst so aus einem Museum kennt, das man alles selber ausprobieren kann. Das ist ja schon mal sehr attraktiv für unsere Jugendlichen ganz besonders. Was haben denn Jugendliche für Möglichkeiten mit euch in Kontakt zu kommen? Habt ihr irgendwelche Jugendprojekte oder Jugendschnittstellen, wo besonders die Jugend involviert ist?“

„Grundsätzlich haben wir natürlich erst mal keine Altersbegrenzung oder so was. Das heißt, wenn jetzt Jugendliche zu uns kommen und vordergründig gar nicht an dem musealen interessiert sind und sagen: oh guck mal, 1973 war dies und das, sondern erst mal nur zocken wollen an den alten Geräten, und gucken wie ‚Pac-Man‘ im Original läuft, wir haben nämlich auch ‚Flipper‘ da, und auch diese Originalaufstellautomaten und diese Klassiker mal im Original spielen wollen, dann ist das ja ein schöner erster Schritt. Also wir haben bestimmt diverse Besucher und auch Vereinsmitglieder, die erstmal vordergründig nur deswegen aus dem Grund auch Mitglied sind und zu uns kommen, die gar nicht sagen, wir müssen jetzt erst mal forschen und erst mal Handbücher durchlesen oder sonst was. Also das ist gar nicht notwendig und im speziellen bieten wir übrigens auch in Kooperation mit dem Verein, der bei uns im Haus ist, dem Hackspace, auch Programmierkurse an. Wäre das vielleicht etwas für Jens, der bei uns Programmierer ist, der beste Mann, der es uns erklären könnte?“, und damit übergibt Thiemo das Wort an Jens.

„Ja, gut, was heißt Programmierkurse. Es ist ja so ein Projekt um die Jugend überhaupt mit dem Computer für etwas zu begeistern und da können Kinder ab einem gewissen Alter zu uns kommen bzw. zu Hackspace und können sich selbst für ein Projekt entscheiden, was sie gerne umsetzen möchten und können das dann sozusagen unter Anleitung selbst umsetzen. Und wenn sie dann damit fertig sind, stellen sie es auch der ganzen Gruppe vor. Also das soll die jüngere Generation so ein bisschen für dieses Thema begeistern.“ Markus fragt dazwischen: „Ja, ich höre dabei aber raus, Du sagst, es ist schon wieder länger her, ihr habt unter Corona natürlich auch zu leiden. Die Leute können nicht kommen und die Kurse sind ja auch alle ausgefallen, ne? Richtig?“ Thiemo antwortet: „Ja, genau, wir hatten einiges geplant, aber unser Museum ist seit März 2020 geschlossen, das heißt, wir hatten auch immer Sommer nicht mehr geöffnet, wie die staatlichen Museen hatten, sondern wir haben jetzt durchgehend seit März dicht und das wird dann wohl auch locker noch bis März oder noch länger dicht sein. Es hat ja jetzt seit Januar 2021 auf mit dem Wissensstand von heute würde ich sagen im Sommer dieses Jahres werden wir auch nicht wieder öffnen können. Aber im Herbst haben wir uns schon etwas überlegt wie wir unsere Besucher trotzdem erreichen und wie sie etwas von uns haben und so sind wir auf die Idee gekommen, anfangs wöchentlich, mittlerweile vierzehntägig einen Live-Stream aus dem Museum zu produzieren.“

Nun ist Christoph an der Reihe. „Genau, danach wollten wir nämlich auch schon fragen. Kann man euch denn überhaupt jetzt noch erreichen oder folgen? Das geht ja über diesen Live-Stream. Wann strahlt ihr den noch mal aus?“ und Thiemo antwortet: „Also wir sind momentan dienstagabends von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr live und dann im vierzehntägigen Ablauf  und dann sind ‚Kamerakind‘ Thomas, äh - das tut mir echt leid – das muss ich jetzt einfach immer wieder mal sagen,“ und Thomas sagt dazwischen: „Alles gut, mittlerweile habe ich mich schon daran gewöhnt“ und alle fangen an zu lachen. Thiemo fängt sich als erstes wieder und sagt: „Wunderbar. Und meistens ich und dann noch jemand drittes, wenn wir das mit dem Abstand hinkriegen vor Ort und dann erzählen wir etwas zu einem Museumsthema oder gucken uns Geräte einfach etwas genauer an oder setzen wir uns vor ein Gerät und machen ein Spiel an. Also wirklich das, was unsere Besucher vielleicht wahllos oder vielleicht auch gezielt machen würden, probieren wir dann in Form eines Livestreams zu zeigen. Das ist das Gefühl dieses ‚Hands-on‘ einmal rüberzubringen, weil die Leute einfach momentan nicht zu uns kommen können und das kommt sehr gut an. Vor allem erreichen wir, wie ihr mit eurem Podcast vielleicht auch, Menschen die gar nicht hier in der Stadt sind und sich immer mal gewünscht haben, einfach mal vorbeizukommen und in Kontakt zu kommen und dieses über diese Videos können. Und wer bei Facebook nicht live zuschauen kann, wer das zeitlich nicht hinkriegt oder kein Facebook-Account hat, der kann sich all diese Aufzeichnungen auf unserem Youtube-Kanal einmal angucken.“

Und Markus pflichtet ihm bei: „Ja genau, haben wir auch schon gemacht. Wir teilen das ja auch immer fleißig. Gibt es eigentlich in Deutschland noch andere Computermuseen die irgendwie privat oder als Verein auftreten? Seid ihr da in Verbindung? Gibt es da welche?“ und Thiemo antwortet: „Ja, es gibt da eine Szene und es gibt da auch einige Ausstellungen und von Jens glaube ich mich zu erinnern, dass er auch einmal in einem dieser Museen war. Im BINARIUM warst Du doch oder?“ Und Jens antwortet: „Ja, im BINARIUM war das. Ein bisschen musealer ist es, das heißt, es ist mehr darauf getrimmt, die ganzen Geräte und das Zubehör auszustellen. Sie haben auch ein bisschen Hands-On, das heißt, die ein oder andere Maschine steht auch zur Verfügung, die man bedienen kann oder ein AMIGA-Spiel, aber im Großen und Ganzen ist es doch eher die Ausstellung mit mehr Informationen drum herum. Allerding muss ich sagen, es ist schon zwei Jahre her, dass ich da war, das kann sich natürlich auch ein bisschen geändert haben.“ Markus fragt erstaunt: „Ah, okay, man kann aber schon sagen, das ist für Oldenburg schon etwas Besonderes, das wir ein Computermuseum haben.“

„Die Kombination Computermuseum und Hands-On ist schon ziemlich einmalig, also es gibt schon andere Museen, das Technikmuseum in Berlin zum Beispiel stellt auch diverse Exponate an Computern aus, aber auch, dass die eingeschaltet, ausgeschaltet und benutzt werden können, das ist glaube ich einmalig, nicht wahr, Thiemo?“ erkundigt sich Jens. Und Thiemo erklärt: „Na in dem Umfang ist es auf jeden Fall einmalig, natürlich gibt es andere Museen, in Kiel beispielsweise, die haben eine Computershowsammlung. Dann gibt es noch das große Computermuseum in Paderborn, es heißt Heinz Nixdorf Museums Forum, es hat viel größere Flächen, die sind finanziell ganz anders aufgestellt als wir und die gibt es auch länger als uns, aber ich habe noch keine andere Computerausstellung gesehen, bei der alle Geräte ausnahmslos einzuschalten sind und zwar ganz ohne Glas dazwischen, so dass man sich ohne Vitrine an die Geräte setzen kann und Schubladen öffnen kann, Kassetten einlegen kann um Module zu laden. Wir haben auch immer vierundzwanzig Spielekonsolen spielbereit ausgestellt und das gibt es wirklich nur bei uns. Ich weiß aber noch von ein oder zwei anderen Museen in Großbritannien, die das ähnlich handhaben und ich meine irgendwo in Polen soll es auch noch eins geben, aber die habe ich über soziale Medien leider auch nicht so im Blick, dass ich das so genau weiß, aber es gibt so ein ähnliches Museum in den Niederlanden. Also das Konzept kommt schon, also die kamen auch alle nach uns, was mich so ein bisschen stolz macht, dass wir als erstes mit dem Konzept konstant da waren, aber ich finde es natürlich super, dass der Fabel für die Geräte und auch der Wunsch der jüngeren Menschen, die jetzt mit Touchscreens aufwachsen nahe bringen, das es eben nicht normal ist, dass das Internet einfach da ist und dass es ein WLAN gibt, dass man einfach Dinge Google kann oder in Wikipedia nachgucken kann. Denn alles was wir ausstellen ist halt aus der Zeit davor. Das ist auch tatsächlich das Spannende und Herausfordernde zugleich, also spannend auch, weil man genau beobachten kann, wie die Gäste teilweise mit den Geräten umgehen und auch ihre ersten Erfahrungen zum Beispiel mit einem Commodore C64 gewinnen oder so, weil sie erst mal herausfinden müssen, wie sie überhaupt ein Spiel laden müssen, da können wir gleich vielleicht noch mal auf die Startbahnbücher eingehen. Also es ist erstmal spannend zu beobachten einerseits und andererseits ist es die Herausforderung auch die Geräte in Schuss zu halten, weil wir natürlich auch einen gewissen Verschleiß an Geräten haben und die Geräte eben auch je nach dem auch typische Alterskrankheiten haben wie Tastaturen gehen kaputt oder Monitore halten nicht über die Zeit so lange, also die müssen in Stand gehalten werden und wenn ich mich daran erinnere, wir haben glaube ich gerade angefangen bei dem Commodore … den Monitor zu erneuern, das ist schon eine Herausforderung.“

Christoph meldet sich dazwischen: „Ja, das glaube ich. Ihr habt gerade schon ein anderes Thema angesprochen, was mich auch interessiert. Und zwar habt ihr über die Finanzierung gesprochen. Wir haben uns auch gefragt, wie finanziert sich das Ganze und wie kann man euch unterstützen?“ Thiemo antwortet: „Also zum Glück kann ich sagen, geht es uns - obwohl wir schon fast ein Jahr geschlossen haben – finanziell immer noch gut, also das wollen wir erst mal vorwegschicken, das ist nicht so wie bei anderen Häusern, die Hilferufe oder Spendenaufrufe auf ihren Seiten gepostet haben. Das haben wir noch nicht getan, das ist auch noch nicht notwendig. Wir sind ein Verein, das heißt also, man kann Vereinsmitglied werden und davon haben schon über zweihundert Leute Gebrauch gemacht von dieser Möglichkeit, wir haben also Einkünfte durch unsere Vereinsmitglieder und deren Beiträge. Man kann den Beitrag übrigens selber wählen, gerade wenn jetzt irgendwie Schüler, Studenten oder Jugendliche zuhören, ab einem Euro im Monat, also zwölf Euro im Jahr kann man Mitglied werden, alles andere darüber hinaus, ist freiwillig. Das ist der erste wichtige Punkt.

Dann haben wir, seit einigen Jahren, eigentlich seit dem wir in das größere Museum umgezogen sind - das habe ich gerade noch gar nicht zu Ende erzählt – nach den ersten fünf Jahren in dem kleinen Ladengeschäft in der Fußgängerzone sind wir umgezogen in ein etwas größeres Gefilde – jetzt haben wir über sechshundert Quadratmeter und stellen dort jetzt die Sachen aus und seitdem wir dort sind, müssen wir auch regulär richtig gut Miete zahlen und da habe ich mir schon während der Umzugszeit schon ein paar Konsorten gesucht aus der Wirtschaft, die Lust haben uns finanziell zu unterstützen und auch die Stadt Oldenburg ist monatlich mit einem Betrag dabei. Und aus dieser Mischung schaffen wir es halt die laufenden Kosten zu halten und da momentan auch keine weiteren Kosten durch den laufenden Betrieb entstehen, also beispielsweise Putzmittel, Getränke, also alles, was man so kaufen muss, wenn Leute im Museum sind, wiegt sich das momentan aus, wie der Österreicher sagen würde.“

Daraufhin sagt Christoph: „Sehr gut. Ja, ihr drei habt euch ja vorhin schon mal vorgestellt, kommt jetzt vielleicht ein bisschen spät, aber ich habe mir überlegt, wir können ja noch mal so steckbriefmäßig sagen, von wem von euch jeweils das Lieblingssystem ist und welches Lieblingsspiel man hat. Vielleicht auch so als Spieleempfehlung für unsere Zuhörer im Lockdown. Welche Klassiker müsste man gespielt haben?“

Jens sagt: „Von der ganzen Geschichte war mir der „ST“ glaube ich, der Liebste und von der Ästhetik her der Schönste, weil der nämlich schon mal was konnte und da hab ich eigentlich auch wirklich das Meiste gelernt, von dem, was ich heute so kann. Ich bin heute Programmierer aus gutem Grund und die meisten Fähigkeiten habe ich mir tatsächlich am „ST“ angeeignet. Beim „ST“ muss ich sagen, was man da gespielt haben muss oder gespielt haben sollte, ist Oxyd. Das ist ein Knobelspiel, wo man mit einer Murmel durch die Gegend schubsen muss. Das hatte damals einen ganz gehörigen Suchtfaktor bei mir.“

Christoph erwidert: „Sehr gut. Dann kann ja jetzt vielleicht mal das ‚Kamerakind‘, wie heißt es eigentlich richtig, das weiß ich nämlich nicht. Also wer ist das ‚Kamerakind‘?“ Und Markus antwortet stellvertretend für das „Kamerakind“. „Das ist immer noch Thomas.“ „in meinem Pass steht auch schon ‚Kamerakind‘ drin, also kannst Du das auch ruhig so sagen“ erwidert Thomas und Christoph ist begeistert. „Sehr gut, dann kannst Du ja vielleicht noch mal weitermachen.“ Also das ist eine wahnsinnig schwere Frage, weil ich glaube, das hängt einfach unheimlich schwer damit zusammen, mit welchen Geräten man aufgewachsen ist. Also mein erster PC oder Computer war der ‚C64‘ und der hat sich halt total eingeprägt, weil da auch die Spielesammlung gerade monströs groß war. Also das war schon mein Lieblingssystem und da war ‚Giana Sisters‘ mein Favorit. Später haben wir dann irgendwann einen ‚Amiga‘ bekommen und das war graphisch ja noch mal ein Riesenmeilenstein im Gegensatz zum ‚C64‘ und da sind mehr Spiele wie ‚Lotus‘ bei mir hängengeblieben. Also ich spiele das heute zum Teil noch sehr gerne, weil es graphisch einfach ein ganz tolles Spiel ist und weil die Musik und es tontechnisch auch einfach unheimlich schön ist. Nur durch das Computermuseum erweitert man ja auch seinen Horizont, denn es gibt da ja auch noch andere diverse Geräte und man lernt auch Geräte zu verfluchen, weil die einfach wahnsinnig schwierig zu bedienen sind und teilweise auch ein wenig hakelig sind und man überlegt sich, was hat sich der Erfinder oder der Erbauer eigentlich bei dem Gerät gedacht? Oder zum Beispiel der ‚TI neunundneunzig‘, das ist ein total tolles Modell, weil es einfach schön gemacht ist. Es ist quasi der ‚Delorean‘ unter den Retro-Computern mit diesen Edelstahl-anmutenden Facetten am Gehäuse und der Synthesizer hat einen Bass, der ist einfach unheimlich schön. Da hätte ich jetzt aber tatsächlich kein Spiel zu empfehlen, weil ich mich mit dem System auch noch nicht so gut auseinandergesetzt habe, aber das ist halt auch ein schönes Gerät, ne?“

Christoph erklärt dann: „Na dann halten wir für Dich ‚Giana Sisters‘ fest und dann kann Thiemo ja mal abschließen“, was Thiemo auch gerne macht. Er beginnt: „Also: bei mir ist es eindeutig der ‚Commodore Amiga 500‘, bei uns zu finden im letzten Raum mit den modernsten Geräten, also schon mit Maus und graphischer Benutzeroberfläche und mein Lieblingsspiel bzw. die Spielempfehlung für unsere Besucher wäre ‚Bomberman‘ oder ‚Dynablaster‘, ist das gleiche Spiel, weil es eins der wenigen ist, das man zu viert spielen kann gegeneinander und weil es einfach Bock macht. Es ist so gehässig, hm, es ist einfach eine Charakterfrage, wie man spielt, das bringt einfach das schönste beim Spielen einfach raus, wir haben schon Abende damit verbracht, auch im Team, ohne die Besucher, nachdem alles fertig war vor der Kiste zu hocken und ‚Bomberman‘ zu zocken. Das vermisse ich übrigens sehr, das ist jetzt auch seit über einem Jahr nicht mehr gewesen. Das ist übrigens definitiv eine starke Empfehlung gewesen und das wird auch ausliegen und das wird auch fester Bestandteil dieses Exponates bleiben.

Wenn ich das mal anschließen darf. Wir bleiben natürlich nicht untätig, sondern wir sind 1 – 2 mal die Woche, wir - das heißt es sind dann maximal 2 Leute von uns – aber das verläuft sich dann ja bei uns aufgrund der Größe des Museums – vor Ort und sortieren alle Exponattische durch, denn wir haben ja eine große Auswahl an Spielen, Kassetten, Module, Disketten, was auch immer da ist. Und teilweise ist das jetzt im Laufe der Jahre so voll gemüllt, weil wir immer noch was dazu gepackt haben, dann war da noch ein toller Titel oder so was. Aber wir haben festgestellt, dass es die Besucher erschlägt, wenn sie eine Schublade aufziehen und da sind dann zwanzig Spiele drin und jedes bedient sich irgendwie anders oder lädt sich anders. Wenn man keine Ahnung von dem System hat, ist das blöd. Und daher machen wir uns jetzt gerade die Mühe und wählen für jedes Exponat, also wir haben da ja so ein paar zwanzig stehen, allein die ganzen Computer, da suchen wir dann so drei bis vier typische Spiele aus. Deshalb fand ich eure Frage gerade auch sehr sehr passend, weil der Gedankengang muss momentan bei uns stattfinden, was ist unser Lieblingsspiel, was wollen wir, dass auch die Besucher sehen, was ist so ein typisches Spiel für die Plattform, was darf nicht fehlen und ja, deswegen fand ich die Runde gerade super.“

Markus meldet sich dann zu Wort: „Ja, das ist doch ein super Übergang zu unserem Quiz. Christoph hat da mal was vorbereitet“ und somit übergibt er an Christoph, während aus dem Hintergrund von den drei Computerfreaks ein jaulendes oh nein zu vernehmen ist. „Also, ihr könnt mit diesem Quiz mal eure Expertise unter Beweis stellen.“ „Ja, das habe ich befürchtet. Ich mute mich mal“, sagt Thiemo kleinlaut dazwischen und die anderen lachen. „Ne, Thiemo du bleibst bitte da, Kamerakind du auch, äh, Thomas meine ich, so ist es richtig und Jens, du bitte auch. Jetzt sagen sie alle plötzlich, dass sie Termine haben, aber ich zweifle an der Glaubwürdigkeit. Also, auf geht’s.“ Christoph erklärt: „Das läuft so ab. Wir haben paar Sachen zusammengestellt von ganz bekannten Videospielen, leider nicht im Original, weil wir da keinen Ärger bekommen wollen, sondern wir haben eine Remix-Version, die wir legal nutzen können und die spielen wir dann immer an und ihr dürft dann raten aus welchem Spiel dieser Sound kommt. Keine Angst, die Fallhöhe ist jetzt nicht so hoch. Ich würde sagen, wir fangen einfach mal an. Okay, seid ihr bereit?“ und Markus gibt traurig zu, dass er nur einen richtig hatte, bevor alle bejahen und das Quiz beginnt.

Ein Geräusch eines Computerspiels ist zu hören und Thiemo ist der erste, der seine Antwort raushaut, nachdem Christoph verkündet, dass jetzt geantwortet werden darf. „Na das ist ja ziemlich einfach. Das ist Tetris in der 99 er-Version.“ Und als Antwort erhält er einen Applaus aus der Anlage. „Sehr gut, das war der erste Punkt fürs Ozean“ und Thiemo ermuntert seine Kollegen mit einem Lachen: „Jens und Thomas jetzt seid ihr mal dran.“ Alle lachen und Christoph sagt dann: „Na das hast Du ja clever gemacht, Thiemo. Jens wollte nämlich eigentlich antworten, der wusste es nämlich auch. Aber das war ja auch zu einfach.“ Und Markus berichtet stolz: „Ja, aber es war auch der Einzige, den ich richtig hatte“ und schon lachen wieder alle lautstark.

Christoph macht weiter: „Okay, jetzt ziehen wir mal ein bisschen an. Sound Nummer 2“ und es ist wieder eine Melodie eines Computerspiels zu hören. Und Christoph fragt erneut: „So, habt ihr eine Idee? Und ist erstaunt, dass direkt eine Antwort gegeben wurde und fragt nach. Was und von wem kam da die Antwort? Ja, Jens, was meinst Du?“ und Jens antwortet, dass es ‚Pac-Man‘ sein müsste und schon erschallt wieder der Applaus aus der Anlage. „Sehr gut, ‚Pac-Man‘ ist richtig und auf geht es zum dritten Sound“, der wieder abgespielt wird.

„Okay, ist ein bisschen mit Intro, aber ich glaube, ihr könnt das schaffen“ schiebt Christoph dazwischen. Und Thiemo sagt wie selbstverständlich: „ Das können wir auf alle Fälle schaffen.“ Und Christoph wieder: „So, ich beende mal, was meint ihr?“ Thiemo erwidert: „Eindeutig.“ Und Christoph fragt wieder: „Eindeutig? Was ist es denn?“ Thiemo erklärt: „Das ist aus ‚Monkey Island‘.“ Christoph ist begeistert: „Wow. Drei Versuche, drei Treffer. Thiemo will euch wohl irgendwie in die Knie zwingen, was? Moment, was sagt die Uhr? Haben wir noch einen?“ und Markus bejaht das. „Einen machen wir noch.“

Ihr müsst noch einen spielen, wo wir abloosen.“ Christoph sagt, dass er noch maximal drei Stück hat und jetzt loslegen wird. Es erschallt wieder ein fröhlich klingender PC-Spiel-Sound. „So, jetzt habt ihr die Chance zu antworten.“ Dieses Mal ist Jens der schnellste: „So, da möchte ich jetzt mal drauf antworten. Das ist ‚Super Mario‘.“ Auch er bekommt den Applaus und ein sehr gut von Christoph und ergänzt: „Ui, ui, ui, Markus, da hast Du aber ganz schön abgeloost mit deiner einen richtigen Antwort,“ und Markus sagt resigniert: „Ja, aber total. Ich bin schwer beeindruckt. Ich guck mal auf die Zeit. Ich würd sagen, wir machen mal eine Schlussrunde, was wollt ihr noch unbedingt loswerden? So, haut raus. Kamerakind?“

„Puuuh, gute Frage, bessere Zeiten, aber das wünscht sich wahrscheinlich jeder. Also tatsächlich vermisse ich inzwischen das Computermuseum ein bisschen, so dass wir da auch vor Ort ein bisschen gemeinsam tätig sein können, also ich wünsche mir gemeinsame Teamabende wieder und da würde ich  mich sehr drauf freuen.“ „Wer macht weiter?“ fragt Christoph. „Ich hau mal Jens raus. Jens?“ Und Jens antwortet brav auf Markus Aufforderung: „Ja, dem kann ich mich nur anschließen. Hoffentlich können wir endlich mal irgendwann wieder Besucher empfangen, weil das ja auch zum großen Teil den Spaß am Museum ausmacht, dass man Leute begrüßen kann, die entweder sagen: oha, guck mal, das war vor zwanzig Jahren, da haben wir doch die Nächte durchgemacht oder auf der anderen Seite die jüngeren, die die Geräte überhaupt nicht kennen und sich denken, was kann man denn damit machen? Wenn man darauf rumtippt, dann kann man da ja gar nichts mit machen. Das macht auf jeden Fall Spaß und vermisse ich auch schon sehr die ganze letzte Zeit. Ansonsten, was ich mir wünschen würde, wäre, wenn es denn wieder geht, dass wir wieder mehr aktive Mitglieder kriegen würden, das heißt, wir haben ja schon viele Mitglieder, und zwar sind auch ein paar aktiv, aber wir können immer wieder auch ein bisschen Unterstützung gebrauchen, also das wäre auch schön, ja. Wenn der Podcast vielleicht dazu beitragen könnte, dass noch zwei neue aktive Mitglieder dazu kämen, das fände ich schön.“

Und nun ist Thiemo an der Reihe: „Ich kann mich dem nur anschließen. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn wir wieder aufmachen dürfen, ich würde mich freuen, wenn ihr, liebe Zuhörer, liebe Zuhörerinnen Lust habt und euch nicht von dem Wort ‚Museum‘ abschrecken lässt, Lust habt, zu uns zu kommen. Unsere Öffnungszeiten sind, wie jetzt auch bei den Streams immer: Dienstags Abends, das haben wir auch noch gar nicht gesagt, wir sind gar Tagsüber Museum, sondern dadurch, dass es ein Verein ist und wir es nur in unserer Freizeit machen, haben wir immer nur Dienstags Abends geöffnet. Das könnt ihr auf unserer Homepage sehen und solange wir noch nicht geöffnet haben, würd ich mich natürlich mehr über Zuspruch auf unseren sozialen Medien freuen.

Wir sind auf Instagram, wir sind auf Twitter, wir sind auf Facebook zu finden. Und wenn ihr Lust habt, dann guckt euch die bereits aufgenommenen Streams an, da kriegt ihr auch mal Gesichter zu den Stimmen oder seid dabei, wenn wir nächste Woche, das wäre dann, ich weiß ja nicht, wann ihr den Podcast balanciert, wieder streamen.“ Und Markus sagt: „Das kann leider dauern.“ Thiemo fährt fort: „Ich kann dann ja sagen, nächste Woche, dann ist es ja egal, es passt also immer“, was Markus auch bejaht. „Seid dabei, bringt euch ein. Unser Museum lebt nur dadurch, dass Leute zu uns kommen und auch Leute von sich aus Lust haben sich einzubringen, was mitzubringen, und sagen: oh das kenne ich oder ich weiß jemanden, der sich damit auskennt oder was kann ich denn hier machen, wo braucht ihr Hilfe. Also wir sind da ein ganz lebendiger Verein, kein closed shop und ich würde mich wirklich freuen, wenn es richtig durchstartet, wenn es wieder durchstartet.“

Markus bedankt sich: „Jo, danke dafür. Christoph, deine letzten Worte.“ Und Christoph sagt traurig: „Meine letzten Worte? Vielen Dank und Auf Wiedersehen. Nein, jetzt haben wir nur Spaß gemacht. Es hat total viel Spaß mit euch gemacht, das hier aufzunehmen heute. Danke, dass ihr bereit wart, dann doch noch bei dem kleinen Quiz mitzumachen, hat mir Spaß bereitet und ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder.“ Und Markus ergänzt: „Ja, ich bin ja auch noch dran und ich bin schon ganz gespannt, wenn ihr wieder aufmacht, dann komm ich auch mal rum und ich bin schwer beeindruckt, weil ich mir schon alles online angeguckt habe. Ich raste glaub ich aus, wenn ich die ganzen alten Geschichten da sehe. Ich bin dabei, ne? Okay, in diesem Sinne, sag ich mal an alle: Tschüss und an die Zuhörer: Tschüss, ne.“ Alle bedanken sich, dass sie dabei sein durften und sagen ebenfalls tschüss.

Es ertönt wieder die Anfangsmelodie von einem Computerspiel.