Kunst im Exil

Ulrike Draesner: „Schwitters“

Wie fängt man eine Zukunft an, die eigentlich schon aufgehört hat? Mit einem Streifen Meer zwischen sich und seiner Heimat, seiner Sprache, sich selbst? Kurt Schwitters ist 49, als ihn die Nationalsozialisten zur Flucht aus Hannover zwingen. Sein Erfolg, Werk, Besitz, die Eltern und seine Frau Helma bleiben zurück. Die Kunst weicht der Kunst des Überlebens. In Norwegen, London und endlich dem Lake District beginnt Schwitters' zweites Leben in fremder Sprache. Wantee, die neue Frau an seiner Seite, hält ihn auf Kurs und seinen Kopf über Wasser, selbst als der Wortkünstler verstummt. Mit seinem letzten Merzbau findet er dennoch einen Weg, Himmel und Heiterkeit, das Funkeln der Wiesen und die Durchsichtigkeit der Luft einzufangen. Ulrike Draesner folgt in ihrem tiefgründigen und humorvollen Roman dem Schriftsteller und bildenden Künstler Kurt Schwitters ins Exil. In einer virtuosen Mischung aus Fakten und Fiktion entwirft sie das Panorama einer Zeit, in der angesichts einer brennenden Welt neu um Freiheit gerungen wird.
Die Autorin liest aus dem Buch und spricht mit Corinna Roeder, der leitenden Direktorin der Landesbibliothek Oldenburg. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.

Das Institut für Geschichte der Oldenburger Universität ist Kooperationspartner der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Veranstaltungsreihe.
Teilnahme nur möglich nach Kartenreservierung unter literaturhaus(at)stadt-oldenburg.de.