Fortschritte können sich sehen lassen

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann stellt Jahresbilanz 2019 vor

Die Erfolgsgeschichte Oldenburgs ist im zu Ende gehenden Jahr 2019 um einige Kapitel erweitert worden: „Wir haben einen neuen Rekordstand bei unserer Einwohnerzahl (über 170.000) erreicht, erleben eine spürbare Verbesserung am Wohnungsmarkt und sind in den Bereichen Bildung und Klimaschutz ein gutes Stück vorangekommen. Bei der Erneuerung und Erweiterung des Radwegenetzes haben wir einen Gang hochgeschaltet“, bilanziert Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Was erreicht worden ist, kann sich sehen lassen. Ich danke allen, die an der erfreulichen Entwicklung der Stadt mitgewirkt und durch ihr Engagement dazu beigetragen haben, dass sich Oldenburg bei allem Wachstum seinen besonderen Charme bewahrt.“ Als konstruktiv sieht Krogmann auch die Zusammenarbeit mit dem Rat. Es sei immer gelungen, bei allen wichtigen Projekten Mehrheiten im Stadtrat zu finden.

Wohnen

Der Wohnungsbau läuft in Oldenburg auf Hochtouren. Dazu tragen die aktive Wohnungsbaupolitik und auch die Vereinbarungen im Bündnis für Wohnen bei. So ist der Anteil an geförderten Wohnungen am Gesamtvolumen bei Neubauten von zwei Prozent auf 20 Prozent gestiegen. In den vergangenen Jahren sind in Oldenburg jeweils zwischen 73 und 85 fertigstellte Wohnungen pro 10.000 Einwohner entstanden. Damit belegt die Stadt einen Spitzenplatz im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten. Mit mehr als 6.000 neuen Wohnungen, die in den vergangenen fünf Jahren gebaut wurden, hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verbessert. „Dennoch braucht es weitere Anstrengungen für neuen, bezahlbaren Wohnraum“, erklärt der Oberbürgermeister.

Fliegerhorst

Möglichkeiten dafür bietet das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes, der zu einem neuen Stadtteil für rund 3.000 Menschen entwickelt wird. Nach der Planungsphase der vergangenen Jahre markierte das Jahr 2019 den Start der Bebauung auf dem Gelände. Die Grundstücke am Mittelweg sind alle vergeben, und aktuell entstehen dort die ersten Häuser sowie eine Kindertagesstätte. Schon im nächsten Jahr können die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen, während die Vermarktung von Flächen im größten Bauabschnitt (Alexanderstraße/Brookweg) beginnt. Im innovativen, energetischen Nachbarschaftsquartier Helleheide entstehen die geplanten Neubauten voraussichtlich ab 2021.

Schulen und Kitas

In die Sanierung und den Ausbau von Schulen sind in 2019 rund 20 Millionen Euro geflossen. Weitere Ganztagsangebote wurden an den Grundschulen Etzhorn und Bloherfelde eröffnet. Auch der Ausbau der Kindertagesbetreuung bleibt ganz oben auf der Prioritätenliste: In diesem Jahr sind zehn neue Krippengruppen mit insgesamt 150 Plätzen sowie sechs neue Kindergartengruppen mit ebenfalls 150 Plätzen geschaffen worden, insgesamt also 300 neue Kita-Plätze.  

Per Ratsbeschluss wurden die Weichen für die Umsetzung des Digitalpakts Schule gestellt:  An allen städtischen Schulstandorten werden Voraussetzungen für das Lernen und Unterrichten mit mobilen digitalen Endgeräten geschaffen. An weiterführenden und berufsbildenden Schulen soll das bis Ende 2021, an Grundschulen bis Ende 2022 passieren. Die Betreuung der IT-Infrastruktur wird durch eine zentrale Stelle gewährleistet. Die Umsetzung hat bereits begonnen: Im Sommer 2019 wurden die Oberschule Osternburg, BBS Haarentor, Grundschule Nadorst und das Herbartgymnasium mit neuer Netzwerkinfrastruktur ausgestattet bzw. erweitert. 2020 folgen zwölf weitere Schulen.

Innenstadt

Mit der Umgestaltung des Waffenplatzes hat die Stadt die Attraktivität der Innenstadt um einen weiteren Baustein gestärkt. Mit dem neuen Pflaster und den Wasserspielen hat der Platz an Aufenthaltsqualität gewonnen. Der Waffenplatz soll künftig als ein weiterer Veranstaltungsort genutzt werden. Im Arbeitskreis Innenstadt arbeiten viele Akteure intensiv an einem Konzept zur Stärkung der City, um die Aufenthaltsqualität in der ältesten Fußgängerzone Deutschlands für die Zukunft zu verbessern. Dazu gehört auch der Umzug der städtischen Musikschule in das Herz der Stadt. Nach den Sommerferien sind die modernen und barrierefreien Räumlichkeiten in der Baumgartenstraße feierlich eröffnet worden.

Kultur, Sport und Freizeit

Die Planungen für das neue Stadtmuseum sind in 2019 vorangetrieben worden. Nachdem der Siegerentwurf Anfang des Jahres vorgestellt worden ist, folgte im Mai der Ratsbeschluss für den Neubau. Der Abriss des bestehenden Gebäudes soll planmäßig Anfang 2021 beginnen, sodass das neue Museum 2023 eröffnet werden kann.

Auch bei der Oldenburger Bäderstrategie gibt es Fortschritte zu vermelden: Der Rat der Stadt hat im November auf Vorschlag des Oberbürgermeistes entschieden, dass ein Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich gebaut wird. Damit verbessert sich das Bewegungsangebot für ältere Menschen, vergrößert sich die Wasserfläche für den Vereinssport, und auch der schulische Schwimmunterricht wird gestärkt. Im nächsten Schritt werden die Stadtteilbäder saniert.

Klimaschutz und Verkehr

Die Forderungen nach mehr Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung sind im Laufe des Jahres auch in Oldenburg lauter geworden. Die Stadtverwaltung nimmt die „Fridays for Future“-Demonstrationen ernst und ist mit den Aktivisten im Gespräch. „Wir arbeiten gemeinsam daran, Maßnahmen und Ziele zu formulieren, um den Klimaschutz in unserer Stadt noch stärker zu verankern“, so Krogmann. Oldenburgs Einsatz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit fand überregional Beachtung: Im Januar 2019 wurde die Stadt erneut mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet und rangiert unter den Top Ten der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Auch aus dem Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune“ ging die Stadt als Gewinner hervor. Zudem wurde sie als „Fairtrade-Town“ anerkannt. Krogmann hat sich entschlossen, die bisherigen Angebote und Anstrengungen noch besser zu koordinieren. Diese Aufgabe kommt der neuen Stabsstelle Klimaschutzstelle im Umwelt- und Baudezernat zu.

Weil die Verkehrsinfrastruktur an ihre Grenzen stößt, steht die Erarbeitung eines Verkehrskonzepts an. Eine Optimierung der Verkehrsströme soll in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess erreicht werden. In der jüngsten Vergangenheit hat sich bereits einiges getan. So hat die Stadt mit den Nachbarkreisen Ammerland und Oldenburg Buskooperationen vereinbart. Das Ziel: Mehr Pendler sollen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Damit einhergehen Investitionen in den Rad- und Fußverkehr mit mehr als drei Millionen Euro. Auch die Luftqualität in der Stadt hat sich in diesem Jahr verbessert. Dazu leistet die intensiv verfolgte Modernisierung der VWG-Busflotte einen wichtigen Beitrag. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, sagt Krogmann.

Klinikum

Gute Nachricht zum Jahresende 2019: Das Land Niedersachsen stellt Fördermittel in Höhe von 167 Millionen Euro für den Erweiterungsbau Ost und das geplante Perinatal-Zentrum am Klinikum in Aussicht. „Die Zuschüsse sind von herausragender Bedeutung für die Modernisierung und Weiterentwicklung des Klinikums Oldenburg“, freut sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann über ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art. „Jetzt geht es darum, mit dem Klinikum und dem Rat ein Paket zur Gesamtfinanzierung zu schnüren.“